Aufwertungsprojekt Lusenberg, Sunnhalde und Chilchrain

Die Gemeinde plant ein weiteres Naturschutzprojekt

Über das geplante Projekt zur Aufwertung und zur Pflege des Gebiets Lusenberg, Sunnhalde und Chilchrain wurde die Bevölkerung und die Eigentümer der betroffenen Parzellen im Gebiet orientiert. Von den Teilnehmenden an der Infoveranstaltung vom 4. November 2017 erhielten wir ein rundum positives Echo.

Die Realisierung des Projekts über einen Zeitraum von 5 Jahren wird rund CHF 210'000.- kosten. Über den entsprechenden Kredit soll die Gemeindeversammlung im Juni 2018 abstimmen. Die Gemeinde kann sich diese Kosten nur leisten, wenn namhafte Unterstützungsbeiträge von Sponsoren geleistet werden. Bereits fest zugesagt hat die Elisabeth und Hermann Walder-Bachmann Stiftung mit dem grosszügigen Betrag von CHF 50'000.-. Ebenfalls hat die Gemeinde ein Finanzierungsgesuch im Betrag von CHF 100'000.- an den Solothurner Lotteriefonds gerichtet.

 

Kulturlandschaft braucht Pflege

Die Landschaft rund um Nuglar und St. Pantaleon ist geprägt von einer kleinflächigen landwirtschaftlichen Nutzung. Fast nirgends im Kanton und in der ganzen Nordwestschweiz finden sich noch so viele Hochstammobstbäume und ein so feines Mosaik von Wiesen, Weiden, Ackerflächen und Hecken. Der Erhalt dieser Landschaft hängt von der Pflege ab. Wo Flächen verbrachen werden sie schnell von Wald und zum Teil von unerwünschten fremden Pflanzenarten eingenommen.

 

Um welches Gebiet geht es?

Zu den vielfältigsten und artenreichsten Gebieten von Nuglar-St. Pantaleon zählt die stark von Wald, Waldrändern und Feldgehölzen geprägte Landschaftskammer, die im Süden an das Baugebiet von Nuglar anschliesst. Es handelt sich um die südexponierte Flanke des Weidbachtälchens. Der gesamte Perimeter umfasst 13,5 Hektaren, wovon 45% oder 6 Hektaren von Laubwaldbeständen eingenommen werden. Hier erstreckten sich noch bis ins zwanzigste Jahrhundert hinein grosse Rebberge, von denen heute noch diverse alte Rebmäuerchen zeugen. Auf vielen ehemaligen Rebflächen ist inzwischen Wald aufgekommen, auf anderen finden sich magere Wiesen und Weiden mit Hecken, Gebüschgruppen und mehrheitlich nicht mehr gepflegten Obstbäumen. Viele sind bereits alt und am Zerfallen. Die Steilheit der Hänge dürfte dem Obstbau kaum eine Zukunft geben.

 

Welche Ziele verfolgt das Projekt?

Mit dem Projekt sollen die Vielfalt der Landschaft und die Vielfalt der wildlebenden Pflanzen- und Kleintierarten erhalten werden. Waldränder gilt es stufig zu gestalten, Hecken zu pflegen und zerfallende Obstbäume durch genügsame Feldbäume zu ersetzen (Eichen, Föhren), die praktisch keine Pflege benötigen. Zudem sollen die artenreichen Trockenwiesen und Weiden regelmässig genutzt werden, so dass deren Vielfalt an Pflanzen, Schmetterlingen und Heuschrecken erhalten bleibt. Nicht zuletzt sollen auch die alten Rebmauern und alte Fusswege wieder instand gestellt werden.

 

Wer steht hinter dem Projekt?

Der Gemeinderat von Nuglar-St. Pantaleon und die von ihm eingesetzte «Forst-, Natur- und Landschaftskommission» bilden die Projektträgerschaft. Die Gemeinde soll in erster Linie Katalysator für das Projekt sein. Zudem übernimmt sie die Kosten für die Projektplanung und die Projektleitung. Am 4. November 2017 konnten Gemeinderat und Kommission ein erstes Mal die Grundeigentümer und Bewirtschafter über das Projekt informieren. Und im Juni 2018 entscheidet die Gemeindeversammlung über die Vorlage.

 

Wer bezahlt?

Zwei Drittel bis drei Viertel der benötigten Mittel sollen von Stiftungen, vom Solothurner Lotteriefonds und vom kantonalen Forstamt bereitgestellt werden. Für die Restkosten kommt einerseits die Gemeinde auf und anderseits haben auch einige Privatpersonen mit betroffenen Landparzellen einen Beitrag in Aussicht gestellt. Gesamthaft rechnet das Projekt mit einem Aufwand von CHF 210'000.- verteilt über 5 Jahre. Sollte die projektierten Beiträge von Sponsoren nicht fliessen, müsste das Projekt redimensioniert oder gar gestoppt werden.

 

In welchen Schritten soll vorgegangen werden?

Das Mitmachen am Projekt ist für alle Grundeigentümer und Bewirtschafter freiwillig. Das Ausführen der Massnahmen erfolgt in Etappen. Jede Etappe wird mit den jeweils betroffenen Grundeigentümern und den Bewirtschaftern vor Ort besprochen. Für jede Massnahme wird eine Einwilligung der Eigentümer eingeholt. Die Betroffenen und die gesamte Bevölkerung werden jährlich mindestens ein bis zwei Mal über den Stand des Projekts informiert.

 

Hier finden Sie weitere Informationen zum Projekt: Bericht_Saumlandschaft_V2  [PDF, 1.00 MB]

 

Die Forst-, Natur- und Landschaftskommission


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